praktisch scheiße

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praktisch scheiße ist eine Ausstellung von Studierenden der Kunstuni Linz gemeinsam mit Studierenden der Akademie der bildenden Künste Wien. Eine Woche lang zeigen wir in den Räumen der kulturtankstelle im Herzen von Linz künstlerische Arbeiten zum Thema Schmutz & Sauberkeit, Scheiße, Abfall oder Reinheit.

Am Programm stehen Vorträge, Diskussionen, ein Workshop für Kinder, Performances und Musik. Die Ausstellung ist übervoll. Zu sehen sind rund 50 künstlerische Positionen. Von Studierenden und von anderen, befreundeten Künstler*innen. Eine Woche lang sind wir auf der Tankstelle.

praktisch scheiße ist das Resultat einer gleichnamigen Lehrveranstaltung, in der wir über künstlerische, kulturelle und politische Dimensionen von Schmutz und Sauberkeit diskutierten. Wir behandelten dabei so unterschiedliche Aspekte wie „die gute Policey“ der frühen Neuzeit, ästhetische Theorien zum Thema Ekel und Abscheu, alltägliche Erfahrungen mit Scheiße, Ordnungspolitiken, Arbeit, etc. Ein Schwerpunkt war die Diskussion von öffentlichen und halb-öffentlichen Räumen in der Stadt, wie dem Linzer Hauptbahnhof.

Ziel der Übung ist es, einen kritischen Blick für die widersprüchlichen Momente von Ordnung zu entwickeln und zu zeigen, wie eng Reinheit mit Gewalt verknüpft ist.

Zudem fragen wir uns, ob und wie mit Kunst – mit künstlerischen Methoden, Strategien und Arbeiten – ganz praktisch in Ordnungen interveniert werden kann? Sei es in den Ausstellungsraum, in Institutionen, im Staat, auf der Straße oder zu Hause. Wie begegnen wir der Scheiße, die uns umgibt? Was entgegen wir der Sauberkeit? Wie besorgen wir den Abfall?

Konzept & Kuratierung: Tomash Schoiswohl